St. Petri-Kirche in Berlin-Cölln

Die Petri-Kirchen

Berlin und Cölln ca. 1230

Spätromanische Kirche

St. Petri ist die √§lteste Pfarrkirche von C√∂lln. Es gab nach jetzigen Erkenntnissen f√ľnf Kirchen, die an diesem Stadort sich nacheinander befanden. Die erste Kirche stammt aus der ersten H√§lfte des 13. Jahrhunderts. Feldsteinmauerreste waren noch bis ins 19. jahrhundert teilweise erhalten.

Berlin 1652

Fr√ľhgotische Kirche

1260 bis 1270 entstand eine fr√ľhgotische Kirche

Petrikirche vor 1730
Petrikirche nach dem Einsturz 1730

Hochgotische Kirche

Aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt eine dreischiffige hochgotische Hallenkirche mit einschiffigem Chor und breitem Westturm als Ziegelbau.

Im Jahr 1505 erfolgte der Anbau der Marienkapelle an der S√ľdseite der Kirche.

Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgten mehrfach bauliche Veränderungen.

Im Jahre 1726 wurde nach dem Willen von K√∂nig Friedrich Wilhelm I mit dem Bau eines 108 Meter hohen Holzturmes begonnen. Dieser Turm brannte jedoch am Pfingsttag im Jahre 1730 noch vor Vollendung ab. Der Turm wurde durch eien dreifachen Biltzschlag getroffen. Als Folge brannte die Kirche, das K√∂llnische Gymnasium und noch weitere 37 B√ľrgerh√§user ab.

Petrikirche von der Br√ľderstra√üe ca. 1800
Petrikirche ca. 1800

Barocke Kirche

Im Jahre 1733 wurde die Kirche ohne Turm eingeweiht.

Johann Friedrich Grael wurde mit der Errichtung eines neuen Turmes betraut. Dieser st√ľrzte jedoch am 18. August 1733 ein und zerst√∂rte Teile des Kirchenschiffs. Grael wurde in Haft genommen und im Jahr 1734 des Landes verwiesen. Philipp Gerlach, ab 1737 Titus de Favre setzten die Arbeiten fort, der Turm bileb unvollendet und erhielt einen Notabschluss.

Im Jahre 1809 erfolgte die Zerstörung der barocken Kirche durch Brand. Der Platz wurde nun mit Bäumen bepflanzt. Erst nach fast 40 Jahren erfolgte wieder eine Neubebauung.

Cölln, Dorotheenstadt, Friedrichstadt und Neustadt 1846 (ohne Petrikirche)
Inneres Langhaus ca. 1920
Petrikirche von der Gr√ľnstra√üe 1903
Petrikirche 1904

Neugotische Kirche

Im Jahre 1846 erfolgte der Beginn des Aufbaus der neugotischen Backsteinkirche nach Plänen von Johann Heinrich Strack. Die Einweihung erfolgte 1853. Diese Kirche war die zweite neogotische Kirche Berlins nach der Schinkelschen Friedrichwerderstädtischen Kirche. Der Turm war damals mit seinen 96 Metern der höchste Turm Berlins. Die 33 Meter hohe Spitze war mit Zinkblech verkleidet.

Im Jahr 1897 wurden drei Chorfenster mit der Oster- und Pfingstgeschichte nach Gem√§lden von Albrecht D√ľrer hergestellt. Sie wurden im K√∂niglichen Institut f√ľr Glasmalerei unter Mitwirkung von Friedrich Adler geschaffen.

Diese letzte Petri-Kirche besaß eines der größten Orgeln Berlins, geschaffen von Carl August Buchholz und eine farbige Sandsteinkanzel, geschaffen vom Bildhauer Merkel (Halle/Saale).

Im Jahr 1945 wurde die Kirche im Krieg stark besch√§digt. Im Jahr 1964 erfolgte die Sprengung der Kirche in mehreren Etappen. Die Kirche war an dieser Stelle der Umgestaltung der Innenstadt zur "sozialistischen Hauptstadt" im Wege. Sie lag an der "Protokollstrecke" zum Regierungsviertel. Hier waren Kirchenbauten von den Herrschenden nicht erw√ľnscht. √Ąhnliche Abrisse erhaltenswerter Bausubstanz sind uns bekannt: Schloss Berlin, Universit√§tskirche Leipzig, Georgenkirche in Berlin, Luisenst√§dtische Kirche, ....

Trotz des Verschwindens der letzten Petri-Kirche existiert die Kirchengemeinde an diesem Ort in Kontinuit√§t in seiner Vielfalt weiter. - Die Kirchengemeinde um St. Petri ist somit die √§lteste B√ľrgerinitiative in unserer Stadt.